Wo darf die Reise im Sommer hingehen? Ist überhaupt ein Trend bei Reisen auszumachen? Eine Befragung unter drei Reisebüros führt zu unterschiedlichen Ergebnissen. So gehören unter anderem Thailand, Griechenland und Türkei zu den meistgebuchten Zielen.
Mit dem Fahrrad durch Vietnam? Auch ungewöhnliche Reisen finden bei den Wiesbadenern Anklang. Die Hauptbuchungszeit für den Sommerurlaub hat begonnen.
Voll im Trend lägen derzeit Asien-Reisen, sagt Hans-Jörg Reibert, Inhaber des Reisebüros SUR. Vor allem Thailand und Bali seien sehr gefragt. “Nach der Tsunami-Katastrophe gibt es einen Nachholbedarf”, meint Reibert. Touren durch Nordthailand mit
Aufenthalt in Phuket lockten die Reisenden an. “Es ist alles wieder aufgebaut”, sagt der Reisefachmann. Die Flüge nach Bangkok seien trotz recht hoher Preise ausgebucht. Das Königreich boomt. Nicht zuletzt wegen des guten Preis-Leistungsverhältnisses. “Das ist in Thailand mit am besten”, sagt Reibert. Für zwei Euro pro Person könne man dort gut zu Mittag essen. Auch Bali werde oft nachgefragt, der Terroranschlag der im Jahr 2002 etwa 200 Tote forderte, “ist in Vergessenheit geraten”, sagt Reibert.
Im Kommen seien auch Rundreisen durch Vietnam. “Viele wollen dort hin, bevor es überlaufen ist.” Ein dreiwöchige Rundreise koste etwa 1900 Euro. Und auch mit dem Rad kann man das Land, das wirtschaftlich im Aufschwung ist, erkunden.
Ebenso sei die Nachfrage nach Angeboten in der Türkei groß, bei Spanien und damit auch Mallorca ebbe das Interesse derzeit etwas ab. Und Deutschland? “Innerdeutsche Reisen gehen eher an uns vorbei. Das wird meistens direkt übers Internet gebucht”, sagt Reisebüroinhaber Reibert. Einen eindeutigen Trend bei den derzeitigen Buchungen für den Sommerurlaub habe Roberta Rebhahn vom Sonnenberger Reisebüro Hartmann nicht ausgemacht. “Es ist relativ gemischt.” Beliebt an Urlaubszielen seien nach wie vor Griechenland, die Balearen, Kanaren und das spanische Festland. Und gerade bei Familien mit Kindern seien Clubreisen gefragt. Zwar seien Clubreisen relativ teuer, “aber dafür kommt auch nichts mehr an Kosten dazu”, meint Rebhahn. Zudem könne man sich bei Clubreisen darauf verlassen, gut untergebracht zu sein und erlebe keine unangenehmen Überraschungen.
Auch die Nachfrage nach Kreuzfahrten, etwa auf dem Clubschiff Aida sei gestiegen. Einen rückläufigen Trend hat die Reisefachfrau für die Türkei festgestellt. Das liege möglicherweise daran, dass Reisen an den Bosporus teurer geworden sind.
Und auch die Bombenanschläge hielten einige davon ab, in die Türkei zu reisen, sagt Adelheid Dreßler, Inhaberin des Erbenheimer Reisebüros. Dafür erfreue sich der Urlaub in Griechenland zunehmender Beliebtheit. Junge Familien bevorzugten aber immer noch Spanien als Sommerziel, weil es mit Kindern günstiger als Griechenland sei. Obwohl alle Buchungen ziemlich “Querbeet sind”, habe das Interesse an Städtereisen, vor allem nach Rom, zugenommen, berichtet Dreßler.